Kategorie: Artenschutz

  • Fischotter – Pankows heimliche Bewohner

    Sie sind vorallem in der Dämmerung und nachts aktiv und leben an fließenden und stehenden Gewässer. Sie sind kunstvolle Schwimmer und ernähren sich hauptsächlich von kleineren Fischen. Fischotter begegnen uns fast nie, dennoch sind sie ein fester Bestandteil der Berliner Tierwelt.

    Die Einzelgänger sind viel unterwegs! Reviere umfassen ncht selten 10 km Abschnitte von Fließgewässern. Fischotter sind deswegen meist nur an ihren Hinterlassenschaften ausfindig zu machen.

    Teil unserer Arbeit ist es, entlang der Pankower Gewässer nach Fischotterspuren zu suchen und so die Präsenz der Tiere nachzuweisen. Fischotterkot, oder Losung, hat einen typisch tümpelig süßlichen Geruch und besteht meist aus Fischgräten und Schuppen.
    Wenn ihr entlang der Panke oder dem Lietzengraben spazieren geht, haltet doch mal Ausschau. Vielleicht könnt ihr auch Fischotterspuren entdecken.

    Die Bilder sind Aufnahmen unserer Wildkameras und zeigen die Fischotter in ihrem Pankower Lebensraum.

  • Sensationelle Filzkraut-Funde in Pankow: Seit 120 Jahren verschollene Pflanze wiederentdeckt!

    Das Landschaftsschutzgebiet Buch hält botanische Überraschungen bereit: Im Juli 2025 untersuchten die Stadtnaturranger Pankow gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Berlin zwei Ackerbrachen. Dabei zeigte sich: Wo früher Rieselfelder lagen und bis 2023 Mais und Roggen angebaut wurden, haben sich vom Aussterben bedrohte Filzkräuter wieder angesiedelt.
    Insgesamt wurden 74 Pflanzenarten gefunden. Obwohl die Flächen jahrelang gedüngt wurden und teilweise noch nährstoffreich sind, finden sich auf dem sandigen Boden bereits wertvolle, für Sandtrockenrasen typische Arten. Das Highlight der Untersuchung: Die Entdeckung verschiedener, seltener Filzkraut-Arten.

    Besonders spektakulär ist der Fund des Gelblichen Filzkrauts (Filago lutescens) (Bild oben). Diese Art galt in Berlin seit 1905 als verschollen – ihre Wiederentdeckung nach 120 Jahren ist eine echte Sensation! Zudem wurden Bestände des in Berlin vom Aussterben bedrohten Deutschen Filzkrauts (Filago germanica) sowie des in Berlin stark gefährdeten Zwerg-Filzkrauts (Filago minima) gefunden.

    Um die wertvollen Filzkraut-Bestände zu sichern, werden die Ackerbrachen nun methodisch gepflegt, um sie zu nährstoffarmen Sandtrockenrasen weiter zu entwickeln. Bei einem ersten Pflegeeinsatz mit Rangern und Freiwilligen wurden große Mengen des eingeschleppten Kanadischen Berufkrauts beseitigt. Dieses hatte sich auf den brach liegenden Äckern stark vermehrt und muss nun zurück gedrängt werden, damit die Filzkräuter und andere heimische Trockenrasenarten sich besser etablieren können.

    Vielen Dank an alle, die beim Pflegeeinsatz geholfen haben!

  • Junior-Ranger: Arbeitseinsatz für den Amphibienschutz

    Am Wochenende rückten die Pankower Junior-Ranger mit Spaten und Astschere dem zunehmend Uferbewuchs an der Sandlinse in Hobrechtsfelde zu Leibe. Unterstützt wurden sie diesmal von ihren Eltern und Geschwistern, die ebenso emsig den ganzen Vormittag mit uns in der Sonne Biotoppflege betrieben haben.

    Das aus vier Kleinstgewässern bestehende Biotop ist ein wichtiger Laichplatz geschützter heimischer Amphibien, wie dem Teichmolch, der Knoblauchkröte und dem Teichfrosch. Besonders die streng geschützte Knoblauchkröte ist dabei auf besonnte und vegetationsarme Uferbereiche angewiesen.

    Abschließend konnten sich alle bei einer Suppe vom Feuer stärken und teilweise ihre Kleider wieder trocknen 😉

    Vielen Dank nochmals an alle, die mit dabei waren!

  • Kästen für den Waldkauz

    Bereits vor drei Jahren haben wir in vielen Pankower Schutzgebieten Nistkästen für den Waldkauz aufgehängt. Der Höhlenbrüter wird somit auch in jüngeren Waldbeständen mit nur wenigen Baumhöhlen durch ein zusätzliches Nistangebot unterstützt.

    Jedes Jahr im Januar freuen wir uns auf die Kontrollrunde, bei der wir die Waldkauzkästen säubern und auch auf eventuelle Bruten im Vorjahr untersuchen. Hierbei fanden wir bereits Nester von Schellente und Eichhörnchen und natürlich auch Reste einer Waldkauzbrut. Das Innere der Kästen wird zuerst vorsichtig mit einer Endoskopkamera gefilmt, um keine „frühen Vögel“ im Kasten zu stören. Dabei ist uns auch das wunderbare Foto des Kauzes auf vier Eiern geglückt. Anschließend werden die Kästen geöffnet und altes Material, wie Federn, Eierschalen, Kot und Gewölle entfernt.

  • Ein Storchennest für Hobrechtsfelde

    Heute waren wir in luftigen Höhen unterwegs, um den Weißstörchen unter die Schwinge zu greifen.

    Die Tiere sitzen regelmäßig im Frühjahr auf der Scheune in Hobrechtsfelde, finden jedoch kein geignetes Plätzchen zum Nisten.
    Gemeinsam mit den Berliner Stadtgütern, der Agrar GmbH Hobrechtsfelde und der Naturwacht Barnim haben wir den bereits platzierten Storchenmast hinter der Scheune mit einem frischen Weidennest inklusive Polsterung bestückt. Das geht natürlich nicht ohne Hebebühne.

    Zwar liegt das neue Storchennest nicht in unserem Pankower Revier, sondern knapp hinter der Stadtgrenze, jedoch kennt Naturschutz bekanntlich keine Grenzen. Das vermeintliche Storchenpaar ist auf jeden Fall auch gern in Pankower Schutzgebieten unterwegs, beispielsweise im NSG Mittelbruch oder den Pölnitzwiesen nördlich des Schlossparks Buch.

    Wir hoffen nun, dass sich die Störche im kommenden Jahr in dem, unserer Meinung nach, sehr gemütlich aussehendem Nest wohlfühlen werden.